Passionsblume

Die weiß-violetten Blüten der Passionsblume zählen wohl zu den schönsten der Welt. Ihr Aussehen erinnerte Missionare an die Leiden Christi am Kreuz (Passion), was der Pflanze auch ihren Namen gab.

Die meisten der über 530 Passiflora-Arten stammen aus Südamerika und Mittel-, bis südliches Nordamerika, jedoch kommen auch ungefähr 25 Arten in Australien (Passiflora aurantia, Passiflora herbertiana und Passiflora cinnabarina), Asien, Madagaskar und eine auf den Galapagos-Inseln vor. Die Indianer verwendeten teilweise ihre heilende oder berauschende Wirkung. Der Name Maracuja (maracujá) stammt aus dem Portugiesischen, das das Wort aus der Indianersprache Tupí entlehnt hat und bedeutet „Mara = Speise, Cuja= Gefäß“.

Die Früchte sind botanisch gesehen Beeren. Früchte der Gattung, die von Menschen gegessen werden, nennt man je nach Art Maracuja oder Grenadillen (auch Granadillen). Sie sind eiförmig, haben eine feste Haut und enthalten innen einen oft bitter bis süßlich oder auch extrem sauer schmeckenden Saft mit vielen essbaren Kernen (ähnlich wie Granatäpfel). Sie enthalten viel Vitamin C.

Die Früchte von der Blauen Passionsblume (Passiflora caerulea) sind etwa 5 cm lang, gelb und vom Geschmack eher ungenießbar. Die Früchte der meisten anderen Passionsblumenarten der Untergattung Passiflora sind ähnlich, unterscheiden sich jedoch teils sehr in Größe, Farbe und Geschmack. Der Saft von Passiflora edulis wird auch unter der lateinamerikanischen Bezeichnung Maracuyá (Venezuela: Parchita) in Fruchtsaftgetränke gemischt. Früchte der Untergattung Decaloba sind deutlich kleiner und nicht zum Verzehr geeignet; einige sind sogar giftig. Aber auch Arten der Untergattung Tacsonia wie die Curuba oder Bananenpassionsfrucht (Passiflora tripartita var. mollissima) werden wegen ihrer Früchte kultiviert. Diese sind länglich und können selten in spezialisierten Fruchthandlungen erworben werden.

Inhaltsstoffe
Arten der Gattung Passiflora enthalten Indol-Alkaloide (die sog. beta-Carboline Harman, Harmin, Harmol, Harmalol und Harmalin), Flavonoide (Chrysin, Vitexin, Isovitexin, Orientin und Isoorientin) und Saponine wie Quadrangulosid. Die Alkaloide sind als Träger der angstlösenden Wirkung von Passiflora inzwischen ausgeschlossen, aber auch die genannten Flavonoide können nicht eindeutig dieser Wirkung zugeordnet werden. Problematisch ist, dass noch nicht alle Inhaltsstoffe dieser Pflanzen identifiziert werden konnten, und auch der Gehalt dieser Substanzen selbst innerhalb einer Art unterschiedlich ist. In einem Fall konnte eine toxische Wirkung von Passiflora-Behandlung nachgewiesen werden. Weitere Untersuchungen sollten daher abgewartet werden. Aus den Samen der Maracuja kann ein hochwertiges, Linolsäure-haltiges Öl gewonnen werden.

Anwendung in der Naturheilkunde
Die Blätter von Passionsblumen (weitestgehend auf die Art Passiflora incarnata beschränkt) werden in der Phytotherapie gegen nervöse Unruhe, Anspannung, Reizbarkeit oder Angstzustände und damit zusammenhängende Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Verspannungen oder Herzbeschwerden oder Magen- Darmbeschwerden eingesetzt, ferner auch bei depressiver Verstimmung, Hysterie oder Asthma. Es sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Die Blätter und die Stängel können sowohl frisch als auch getrocknet als Tee getrunken werden und sind auch als Fertigpräparate erhältlich. Daneben werden viele Kombinationspräparate, teilweise auch als Saft, angeboten, zum Beispiel mit Baldrian, Johanniskraut, Hopfen, Melisse oder Weißdorn gemischt.

Teezubereitung
Auf eine Tasse Tee einen Teelöffel Passionsblumenkraut mit 150 ml kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen und danach über ein feines Sieb abgießen. Am besten zwei- bis dreimal täglich und vor dem Schlafengehen eine Tasse trinken.

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Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Passionsblume der  freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki) und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

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