Beinwell

Maria Lanznaste /pixelio.de
Beinwell findet man auf nassen oder moorigen Wiesen, sowie in Auenwäldern. Ebenso kann man diese Pflanze auf Lehmböden unterschiedlicher Art bis in eine Höhe von etwa 1000 m finden.
Die ganze Pflanze ist behaart und fühlt sich deswegen rau an. Die Stengel sind kantig geformt und am Rand geflügelt. Die Blätter sind hellgrün und werden bis zu 25 cm lang. Die unteren Blätter haben lange Stiele. Die 1-2 cm lange Blüten sind röhren- bis glockenförmig, aus ihnen ragt ein Griffel heraus.

Verwendung in der Küche

Der Geschmack der Wurzeln ähnelt dem der Schwarzwurzeln. Die oberirdischen Stängel und Blätter schmecken jung so ähnlich wie Gurken. Wenn sie nicht verarbeitet sind, sind sie etwas pelzig.
Beinwell blüht von Mai bis Juli. Die Blüten können roh gegessen oder über Salate, z.B. Gurkensalat gestreut werden. Die Blütenknospen können kurz gegart als Gemüse gegessen werden. Die großen und auch kleinen Blätter werden von April bis Juli klein geschnitten in Kräutermischungen gegeben oder Salatsoßen beigefügt. Die Blätter können auch zu Blattgemüse oder wie Wirsing als Blattroulade verarbeitet werden. Sehr gut schmecken sie auch, wenn man sie in Teig ausbäckt. Man kann sie auch entsaften und den grünen, mineralstoffreichen Saft in Limonaden, Säften oder Mixgetränken geben.
Die jungen, noch elastischen Stengel kann man geschält und von den Fasern befreit, roh geschnitten in einen Salat geben oder als kurz gebratenes und leicht gesalzenens Pfannengemüse zubereiten.
Anwendung in der Naturheilkunde
„Ich wachse zusammen“ das steckt im Namen der Heilpflanze Beinwell (Symphytum officinale). Beinwell verwendet man äußerlich in verschiedenen Zubereitungsarten (Creme, Gel oder Salbe) bei Gelenkbeschwerden, Sehnenscheidenentzündungen, Gicht, Prellungen, Blutergüssen, Knochenbrüchen, Venenentzündungen und Drüsenschwellungen. In der Volksmedizin wurde die Pflanze auch als Tee bei Rheuma, Bronchitis und bei Bauchfellentzündungen getrunken.
Inhaltsstoffe
Allantoin, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Stärke, Triterpene, Asparagin, Phytosterohle und Pyrrolizidine. Allantoin, und Cholin werden vor allem aus der Wurzel gewonnen. Allantoin wirkt durchblutungsanregend und führt zu einer schnelleren Zellregeneration – die Wundheilung wird gefördert und beschleunigt. Auch Cholin hat diese Eigenschaften.
Achtung: Verwechslungsgefahr besteht mit den Blättern des giftigen Fingerhutes. Sie unterscheiden sich nur am Blattrand. Beinwell enthält wechselnde Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden, die (in hoher Dosierung und als Einzelsubstanz) leberschädigend und krebsauslösend wirken können . Die Kommission E hat daher für Deutschland den Gebrauch als Heilpflanze nur unter Einschränkungen zugelassen . In Kanada und einigen Staaten der USA dürfen Beinwellprodukte zur inneren Anwendung nicht mehr vermarktet werden.

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