Wilde Karde

Simon Eugster by Wikipedia
Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum L., Syn. Dipsacus sylvestris Huds.)ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gehört. Der Name Dipsacus kommt aus dem griechischen dipsa für Durst: Nach Regen sammelt sich in den Trichtern der Stängelblätter das Wasser, das Vögeln oder Wanderern zum Durststillen dienen kann.
Diese Pflanzenart ist in wärmeren Gebieten insbesondere auf Überschwemmungsflächen, an Ufern, Wegen, auf Weiden und in Ruinen sowohl in den Niederungen als auch im Hügelland zwischen Juli und Oktober anzutreffen.

Die Wilde Karde ist eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1,50 Meter erreicht. Die Stängel sind stachelig. Die Grundblätter sind kurzgestielt und in einer Rosette angeordnet. Die kreuzgegenständigen Stängelblätter sind in der Basis paarweise zusammengewachsen und am Rand gekerbt.
Die köpfchenförmigen Blütenstände sind eiförmig-länglich, etwa 5 bis 8 cm lang. Sie sind von stacheligen, unterschiedlich langen, bogig aufsteigenden Hüllblättern umgeben. Die Einzelblüten bestehen aus vier violetten Kronblättern, die röhrig verwachsen sind. Die Tragblätter sind länger als die Blüte. Die Blüten öffnen sich nicht zur gleichen Zeit. Sie blühen von Juli bis August.
Die Wilde Karde ist eine zweijährige Halbrosettenpflanze. Man nennt sie auch eine Zisternenpflanze, weil die gegenständigen, unten verwachsenen Blätter ein Wassersammelbecken (Phytotelm) bilden. Deren Funktion wird als Aufkriechschutz gegen Ameisen interpretiert. Möglicherweise stellt aber auch Insektenfang und Ansiedlung von Kleinlebewesen eine zusätzliche Stickstoffversorgung dar.
Die Blüten sind „Körbchenblumen“ und stehen in walzenförmigen Blütenständen, die von stacheligen Hochblättern umgeben sind. Die Entfaltung der Blüten geht ausnahmsweise von der Mitte des Blütenstandes aus und schreitet sowohl nach oben wie nach unten fort. Die Blüten sind vormännlich mit einer 1 cm langen engen Röhre und herausragenden Narben und Staubbeuteln. Die Blüten werden sehr reichlich von Insekten besucht. Der Nektar ist aber nur für langrüsselige Hummeln und für Schmetterlinge erreichbar. Auch Selbstbestäubung ist erfolgreich. Blütezeit ist von Juli bis August.
Die Früchte sind häutige, vom Kelch gekrönte, einsamige Nüsse (Achänen). Die Pflanze ist ein typischer Tierstreuer, denn Tiere bleiben an allen stacheligen Teilen der Pflanze, besonders aber an den Fruchtständen hängen. Die Früchte werden von den elastischen Spreublättern, sowie durch den Rückschlag der ganzen Pflanze meterweit fortgeschleudert. Auch Windausbreitung und Bearbeitungsverbreitung z.B. durch Stieglitze findet statt. Fruchtreife ist von September bis Oktober.
Inhaltsstoffe
Die Karde enthält Bitter- und Gerbstoffe, Glykoside (Scabiosid), Inulin, Kalisalze, organische Säuren, Saponine und Tannin. Durch diese wertvollen reichhaltigen Inhaltsstoffe wirkt sie antibakteriell, blutreinigend, entgiftend, galle-, harn- und schweiß­treibend.
Anwendung
In der Naturheilkunde wurde und wird sie zur Stärkung des Immunsystems, bei Magen- und Gallenschwäche, Arthritis, Gicht, Rheuma, Hautkrankheiten und Kopfschmerzen angewendet. In der heutigen chinesischen Kräuterheilkunde wird die Wurzel der chinesischen Karde zur Stärkung bei Nierenessenzmangel und Unterstützung bei Leber-Blut-Schwäche verordnet.
Im Mittelalter wurden Zubereitungen aus der Wurzel der Karde äußerlich bei Schrunden und Warzen verwendet. In der Volksheilkunde wird die Wurzel gegen Gelbsucht und Leberbeschwerden, Magenkrankheiten, kleinen Wunden, Gerstenkörnern, Fisteln, Hautflechten und Nagelgeschwüren empfohlen. Getrocknete Pflanzen liefern einen wasserlöslichen Farbstoff, der als Ersatz für Indigo galt.
In jüngster Zeit wird die Wilde Karde dank Wolf-Dieter Storl als Antibiotika-Alternative für die Behandlung von Borreliose genannt. In seinem Buch “Borreliose natürlich heilen” beschreibt Storl ausführlich die von ihm selbst erprobte Wirkung dieser wunderbaren Pflanze, die hier selbstverständlich ganzheitlich, also mit verschiedenen anderen therapeutischen Maßnahmen, zum Einsatz kommt.

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Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Wilde Karde der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki) und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar.

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